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Gini und Karl feiern Weihnachten

Adventskalender

16.Dezember: Weihnachtsgeschichten

Als sie von der Schule zu Hause waren, stellte Karl nur seine Schultasche ab, dann sagte er: "Ich gehe noch in die Bücherei. Kommst du mit, Gini?" "Was willst du denn heute dort", fragte Gini? "Ich möchte schauen, was es dort so an Weihnachtsgeschichten gibt." Gini schaute ihn erstaunt an, zog aber schnell ihre Stiefel wieder an und dann liefen sie schnell in die Bibliothek.
Dort gab es wirklich viele Geschichten zur Weihnachtszeit, ganze Regalreihen waren gefüllt. Sie fingen an zu lesen. Da gab es Geschichten, über Rudolpf, das rotnasige Rentier, das erst von den anderen verlacht wurde, aber dann schließlich seine rote Nase dafür einsetzen konnte, dass der Weihnachtsmann die Geschenke trotz Schneesturms doch noch rechtzeitig verteilen konnte. "Ich glaube, dass ist immer noch meine Lieblingsgeschichte", meinte Karl. "Ja", sagte Gini, "denn da zeigt sich, dass etwas, dass auf den ersten Blick einen Nachteil darstellt, in Wirklichkeit sehr nützlich und wichtig sein kann." Dann lasen sie weiter. Viele Geschichten waren ja sehr schön: Die Geschichte von dem Teddy, der sich aussuchen wollte, an wen er verschenkt wurde, zum Beispiel. Oder auch lustig: Die Geschichte, wo das eine Kind auf den Schornstein stieg, um Weihnachtsmann zu spielen und dann schließlich vom Dach ruschte, aber zum Glück weich im Schnee landete. Die Geschichte, in der der Weihnachtsmann ein paar Geschenke verliert und die Maus Philipp und ihre Katze Tiger feststellen, wie schön nicht nur das Bekommen von Geschenken, sondern auch das Schenken selber sein kann, gefiel ihnen auch so gut. Alle Geschichten waren wirklich wunderschön und sie merkten gar nicht, wie die Zeit verging. Schon war es Zeit zum Abendessen und sie mussten wieder nach Hause laufen.
Als sie nach dem Essen noch ein wenig am knisternden Kamin zusammensaßen, meinte Karl: "Vielleicht sollten wir einfach unsere eigene Geschichte erfinden." "Eine gute Idee", meinte Gini. "Wie fangen wir an?" Und Karl begann und Gini führte die Geschichte schließlich fort:
"Es waren einmal zwei kleine Pinguine, die spielten am Weihnachtstag im Schnee. Es schneite die ganze Zeit und dicke Flocken fielen vom Himmel. Mama und Papa waren mit den letzten Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt.
Plötzlich sahen Gini und Karl wie ein Objekt, das wie eine fliegende Untertasse aussah, sich ihrem Garten näherte. Und im nächsten Moment war das Ufo auch schon gelandet. Kurze Zeit später öffnete sich die Tür und einige grüne Marsmännchen kletterten hinaus. Sie liefen schnurstracks auf Gini und Karl zu und schneller als du "Fröhliche Weihnachten" sagen kannst, hatten sie Gini und Karl schon in ihr Ufo getragen.
Im Ufo sah es reichlich merkwürdig aus. In einer Ecke stand ein ziemlich schräger buntschillernder Plastikweihnachtsbaum. Daneben war aus einem Gini und Karl unbekannten Material ein Krippenspiel aufgebaut. Und überall im Raum lagen Geschenke und Plätzchen herum. Von der Decke herab baumelten etliche Sterne und in der Mitte als Lampe leuchtete der Weihnachtsstern. Einen Weihnachtsmann mit Rentier und Schlitten hatten sie ebenfalls aufgebaut. Aus dem Weihnachtsmann erklang ständig eine Melodie, die wohl Weihnachtslieder sein sollten.
Die Marsmännchen führten Gini und Karl zu einem großen Sofa und deuteten ihnen, sich hinzusetzen. Danach boten sie ihnen heißen Tee und Plätzchen an. Das Obermarsmännchen setzte sich ihnen gegenüber. Er sah sie eine Weile schweigend an, dann sagte er: "Wir sind in den letzten Wochen um die Erde gereist und haben die Weihnachtsrituale an vielen Ort der Welt studiert. Aber, was soll das ganze? Warum überhäuft ihr euch mit Geschenken? Jeder könnte sich doch selber kaufen, was er gerne haben möchte! Und warum treibt ihr all diesen Aufwand? Ihr könntet doch auch einfach so eine Party feiern?!"
"Das wäre nicht dasselbe", sagten Gini und Karl wie aus einem Mund. "Weihnachten ist doch ein ganz besonderes Fest. Es ist doch das Fest der Liebe. Man kauft oder bastelt Geschenke und schreibt Karten, um auszudrücken, das einem die andere Person etwas bedeutet. Und wir backen Plätzchen und sitzen andächtig mit unseren Familien und Freunden um den Adventskranz, weil uns unsere Familie und unsere Freunde etwas bedeuten. Mit all den Dekorationen machen wir doch den grauen dunklen Winter soviel heller und fröhlicher. Wir schenken und verschenken, weil beides Freude macht! Wenn ihr einfach nur alles nachmacht, dann feiert ihr damit nicht wirklich Weihnachten. Das tut ihr erst, wenn ihr die Freude in euch spürt." Während Gini noch redete, hatten die Marsmännchen echte Zweige aus dem Wald geholt. Jetzt zündeten sie echte Kerzen an. Dann mußten Gini und Karl ihnen zeigen, wie man echte Plätzchen backt und Sterne bastelt. Danach sangen sie noch zusammen Weihnachtslieder. "Jetzt verstehe ich langsam, was ihr an Weihnachten findet", seufzte das Obermarsmännchen, als Gini und Karl schließlich nach Hause gehen mußten. "Es kommt gar nicht so darauf an, was man tut, sondern nur darauf, das man das, was man tut, auch wirklich mit großer Freude macht. Fröhliche Weihnachten!"
Was für eine wunderbare Geschichte. Aber jetzt war es Zeit ins Bett zu gehen. Und es war ja gar nicht mehr lange, dann war wirklich Weihnachten. Gini und Karl konnten es kaum noch erwarten, so sehr freuten sie sich!



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