Adventskalender
15.Dezember: Krippenspiel"Wie könnte denn die erste Szene sein?", fragte die Lehrerin. "Zuerst müssen Maria und Josef auf dem beschwerlichen Weg von Nazareth nach Bethlehem gezeigt werden", meinte Felicitas. "Vielleicht kann man Maria und Josef auf der Reise zeigen und nach einem kleinen Dialog, der zeigt, wie beschwerlich es ist und das Maria ein Kind erwartet, einen Sprecher die Gründe für diese Reise erzählen lassen." Gesagt, getan. Schnell bauten die Kinder mit den vorhandenen Materialien einen mit Palmen gepflasterten Weg auf. An einer Seite der Bühne stellten sie einige Papphäuser auf und zwischendurch hinter einem Busch sollten zwei düster aussehende Männer sich verstecken, um anzudeuten, das die Gegend oft sehr einsam und gefährlich war. Es gab Kostüme für Josef und Maria, die ein Kissen unter den Pullover kriegen sollte, damit jeder sehen konnte, dass sie ein Kind erwartete. Außerdem gab es in einer Kiste auch ein wirklich süßes Eselkostüm. Dann wurden die Rollen verteilt. Gini freute sich, denn sie hatte die Rolle des Esels bekommen. Das Kostüm war warm, aber auch so schön weich! Jetzt begann die Aufführung der ersten Szene. Schwer bepackt stapften Maria und Josef mit ihrem Esel die einsame dunkle Straße entlang. Maria blieb immer wieder stehen. Der Sprecher erzählte dann, dass König Augustus in Rom eine Volkszählung befohlen hatte und sich deshalb jeder auf den Weg in seine Geburtsstadt machen mußte. "Eigentlich verstehe ich überhaupt nicht, warum alle für die Volkszählung zu ihrem Geburtstsort reisen mußten", meinte Benjamin schließlich. "Hätte sich nicht jeder da, wo er gerade lebte, eintragen können und ein Gesandter hätte dann die Daten an den Geburtstsort bringen können?. Das wäre doch viel einfacher gewesen." "Das stimmt", sagte Gini nachdenklich, "aber vielleicht soll das ganze auch zeigen, wieviele unsinnige Regeln und Vorschriften es damals gab und wie wenig sich die Römer um das Wohlergehen der anderen Menschen kümmerten." In der nächsten Szene standen überall Häuser auf der Bühne. Maria und Josef waren in Bethlehem angekommen. Aber sie waren natürlich nicht die einzigen die in dieser Nacht eine Herberge, einen Platz zum Schlafen suchten. Josef klopfte an alle Türen, doch nirgendwo war noch ein Zimmer frei. Schließlich bot ihnen ein Gastwirt seinen Stall als Unterkunft an. "Ich möchte nicht wirklich in einem Stall schlafen", sagte Anna-Lena, "da muß es ja sehr kalt und ungemütlich gewesen sein." "Aber vielleicht war der Stall für das Zurweltbringen von Jesus doch unter den gegebenen Umständen gar kein so schlechter Ort, denn dort waren sie wenigstens ungestört", meinte Felicitas. "Und die damaligen Hotelzimmer waren sicher auch nicht besonders luxuriös", fügte Karl hinzu. In der nächsten Szene lag das schreiende Jesuskind in der Krippe auf Heu und auf Streu. Die Tiere im Stall kamen neugierig herbei und wärmten das Baby mit ihrem Atem. Über dem Stall leuchtete der Weihnachtsstern mit seinem hübschen Schweif. Die Hirten, die ihre Schafe auf der Weise weideten, sahen den Stern und kamen in den Stall, das Baby anschauen. Die Bühne wurde erneut umgebaut, es gab wieder überall Häuser und die Hirten gingen herum und erzählten allen Menschen, die sie trafen: "Heute nacht ist Gottes Sohn geboren". Und noch einmal ein Szenewechsel: Auch die heiligen drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar hatte die frohe Nachricht erreicht und sie machten sich mit ihren mit Geschenken beladenen Kamelen auf den Weg zum Jesuskind. Der Weihnachtsstern wies ihnen den Weg. Im Stall überreichten sie dann ihre Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Jedes Jahr freuen wir uns erneut und feiern an Weihnachten die Geburt Jesu. "Ehrlich gesagt gefallen mir die Geschichten mit dem Weihnachtsmann, wie er mit seinem Rentier und seinem Schlitten die Geschenke bringt, ja doch etwas besser. Aber Jesus war wirklich ein besonderer Mensch, der es verdient hat, dass wir ihn verehren und an Weihnachten auch an ihn denken", sagte Karl. "Und Theater spielen macht mir auch großen Spaß", sagte Gini und lachte. |
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