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Gini und Karl feiern Weihnachten

Adventskalender

12.Dezember: Weihnachtskonzert

Heute nachmittag war es soweit. Nachdem sie die Weihnachtslieder wieder und wieder geübt hatten, würden sie heute nachmittag ins Atlersheim gehen und dort vorsingen und spielen. Den ganzen Vormittag über waren sie alle sehr aufgeregt und konnten nur mit Mühe still auf ihren Plätzen sitzen. Schließlich war es ihr erstes Konzert! Endlich war die Schule zu Ende. Schnell liefen sie nach Hause. Dort warteten schon ihre Mamas und Papas auf sie und schon ging es los. Als sie im Altersheim ankamen, war dort der große Saal schon ganz festlich geschmückt. Vorne am Eingang stand auch ein wunderschöner großer Tannenbaum, an dem schon die Kerzen leuchteten. Auch ansonsten lagen Zweige auf den Tischen, es brannten Kerzen und überall gab es leckere Plätzchen. Karl lief schon das Wasser im Mund zusammen. Er konnte es kaum erwarten, bis er endlich davon kosten konnte.
Sie waren nicht die einzigen Kinder, die an der Feier teilnahmen. Eine andere Gruppe war gekommen, um ihr Krippenspiel aufzuführen und wieder andere hatten Gedichte auswendig gelernt, die sie jetzt vortragen wollten. Als erstes sollte ein größeres Mädchen etwas auf dem Klavier vorspielen, dann waren Gini und Karl und ihre Freunde dran. Gleich war es soweit. Der Saal füllte sich allmählich mit alten Leuten, aus allen Ecken und Winkeln strömten sie in den Saal. So eine Abwechslung wollte keiner von ihnen verpassen. Für sie war diese Feier fast schöner als das richtige Weihnachten.
Gini war sehr aufgeregt. Schnell lief sie noch einmal hinaus, um auf Toilette zu gehen. Da sah sie weiter entfernt im Flur eine alte Dame stehen, die etwas traurig aussah und keinerlei Anstalten machte, sich in den Saal zu begeben. Gini hatte sie schon oft bei Spaziergängen gesehen. Als Gini wieder aus der Toilette herauskam und die Dame immer noch dort alleine stehen sah, ging sie entschlossen zu ihr hin. "Guten Tag.", sagte sie, "Warum kommen Sie nicht auch in den großen Saal? Dort ist es so festlich geschmückt und das Konzert fängt gleich an". "Oh nein", antwortete die alte Dame ausweichend, "ich lege mich lieber schlafen. Für mich sind solche Feiern doch nicht mehr wichtig". "Ach, kommen Sie", meinte Gini und nahm die alte Dame unter den Arm. "Wir singen und flöten gleich, das können sie doch nicht verpassen." "Nein, nein", widersprach die alte Dame. "Aber warum denn nicht? Was ist denn los?" Etwas verlegen druckste die alte Dame herum. Dann sagt sie schließlich: "Weißt du, ich habe mich heute mit meinen Freundinnen gezankt. Da würde ich mich doch nur allein und einsam fühlen." "Aber nein, kommen Sie", sagte Gini. "Mein Bruder und ich wären sehr traurig, wenn Sie nicht dabei wären." Etwas widerstrebend folgte ihr die alte Dame schließlich doch, setzte sich aber ganz an den Rand, nahe zur Tür.
Kaum waren sie wieder in den Saal getreten, da fing das Konzert auch schon an. Das Mädchen am Klavier spielte wunderbar, es war ein Schneestück und man konnte förmlich fühlen, wie die Schneeflocken fielen und anschließend die Kinder im Schnee tollten, Schneemänner bauten, sich mit Schneebällen bewarfen und mit ihren Schlitten fuhren. Als sie geendet hatte, gab es großen Applaus. Und schon standen Gini und Karl mit ihren Freunden auf der Bühne und fingen an, ihre Weihnachtslieder zu singen und zu spielen. Schon bald sangen alle Leute im Saal mit ihnen mit. Das machte wirklich riesigen Spaß! Alle waren fröhlich und guter Dinge, als sie schließlich das letzte Lied gesungen und gespielt hatten.
Jetzt wurde es still im Saal, denn die anderen Kinder führten ihr Krippenspiel auf. Danach sagten dann noch einige Kinder wunderschöne Gedichte auf. Als sie geendet hatten, fing eine Band an zu spielen und alle fingen an zu tanzen. Am wildesten tanzte die alte Dame, die Gini überredet hatte, doch mitzukommen. Fröhlich winkte sie Gini zu. "Was hast du eigentlich mit ihr geredet, als du in den Saal zurückkamst?", fragte Karl neugierig. "Sie wollte nicht kommen, weil sie sich mit ihren Freunden gestritten hatte", sagte Gini. "Da habe ich sie überredet." Felicitas kicherte. "Die Alten sind ja fast noch alberner als wir." "Wo du recht hast, hast du recht", sagte Clive. "Schau dir an, wie fröhlich sie jetzt aussieht. Manchmal ist es wirklich einfach, anderen eine Freude zu machen", grinste er und hielt Gini die Hand hin. Gemeinsam liefen sie auf die Tanzfläche. Karl und Felicitas folgten. Was war es für eine schöne Feier!



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