Adventskalender
8.Dezember: Der erste SchneeAuch bei Karl lief es nicht viel besser. Seine Lehrerin hatte an diesem Morgen schon die Hälfte seiner Klassenkameraden ausgeschimpft, und wer seine Lehrerin kannte, wußte das sie nicht gerade zimperlich mit den Kindern umging. Warum konnte er nicht eine andere Lehrerin haben? Eine, die freundlich und nett war und die Kinder mochte? Die Atmosphäre im Klassenzimmer war ganz schön angespannt. Endlich ertönte der Gong und es ging zum Mittagessen. Auf dem Gang trafen sich Gini und Karl und sie gingen gemeinsam mit ihren Freunden Clive und Felicitas in den Speisesaal. Dort gab es den nächsten Grund, mißmutig zu sein: die Microwelle war ausgefallen und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als ihren Reis kalt in sich hineinzulöffeln.Was war das nur für ein Tag! Es war wirklich ein Tag, an dem man sich wünschte, man wäre zu Hause im warmen Bett geblieben und niemals aufgestanden. Da sah Gini zufällig zum Fenster hinüber und was sah sie?! Es hatte angefangen zu schneien, dicke Flocken fielen langsam zu Boden und die Erde wurde allmählich weiß. Schlagartig änderte sich ihre Stimmung und alle vier liefen johlend auf den Schulhof hinaus. Es schneite den ganzen Nachmittag. Gini und Karl saßen in ihren Klassenzimmern und konnten ihre Blicke nicht vom Schnee abwenden. Wie wunderschön das alles aussah, wenn alles frisch mit Schnee bedeckt war! Und wie ruhig und friedlich! Als die Schule endlich aus war, rannten sie schnell nach Hause, um dann eine lange und ausgiebige Schneeballschlacht zu machen. Was war das für ein Spaß! Gini wünschte sich, dass es nie mehr aufhören würde, zu schneien. Als sie später beim Abendbrot saßen und von ihren Tageserlebnissen berichtet hatten, holte Mama Sara ein Buch aus dem Wohnzimmerschrank. Darin gab es Bilder von den verschiedenen Landschaften und Jahreszeiten der Erde. Es gab Bilder vom tosenden Meer und von ruhigen klaren Seen. Es gab Bilder von Bergen, Wäldern und Tälern, von Wüsten und Sumpfgebieten. Und Bilder davon, wie die Jahreszeit die Landschaft verändern konnte: wie frisch und zart sahen die Bäume im Frühjahr aus, wie saftig grün im Sommer und wie wunderschön leuchtend bunt in der Herbstsonne!?! Und wie schön weiß war alles im Winter. Eigentlich konnte man immer eine Menge Schönheit darin finden. Selbst nachts, denn da leuchten ja die Sterne am Himmel. Tiefbeeindruckt und noch ganz benommen, gingen Gini und Karl ins Badezimmer. Was für ein wunderschöner Ort die Erde doch sein konnte. Bevor sie in ihr Bett stieg, schaute Gini noch einmal andächtig aus ihrem Fenster. Und sie beschloß, in Zukunft immer an diese Schönheit zu denken, wenn sie das nächste Mal traurig oder ärgerlich war. |
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