Adventskalender
3.Dezember: Weihnachtskarten
Gini und Karl saßen auf dem Boden im Wohnzimmer und waren dabei, Weihnachtskarten zu basteln. Gini war mit großem Eifer dabei. Alle ihre Karten waren sehr aufwendig gestaltet. Da gab es Weihnachtsbäume mit brennenden Kerzen, Schneemänner in allen Farben und Formen, den Weihnachtsmann auf seinem Schlitten oder mit einem Sack voller Geschenke, Sterne und vieles mehr. Auch Karl schnitt und klebte emsig, aber er hatte keine so große Lust wie Gini. "Warum kaufen wir nicht einfach Weihnachtskarten und verschicken die?", fragte er. "Weil selbstgemachte Weihnachtskarten viel persönlicher sind", antwortete Gini. "Hm", meinte Karl. "Vielleicht sollte ich dann eine Maschine erfinden, die Weihnachtskarten ausspuckt, die so aussehen, als ob ich sie gemacht hätte". Gini lachte. "Na, dann viel Spaß beim Konstruieren! Das wird sicher nicht so einfach sein. Aber du könntest dir ja wie ich Schablonen machen, dann kannst du etwas, das gut geworden ist, sehr einfach noch mal machen. Oder du könntest versuchen, Stempel zu machen. Das sähe bestimmt auch toll aus." Karl dachte einen Moment nach, dann schnitt er ein paar Schablonen zurecht. Danach suchte er seinen Wasserfarbkasten, ein kleines hartes Teesieb und eine alte Zahnbürste. Er deckte immer verschiedene Teile ab und spritzte den Rest mit der Zahnbürste voll. Er nahm viele verschiedene Farben und deckte immer wieder andere Teile ab. Das ging schnell und sah eigentlich auch ganz gut aus. Er hatte jetzt lauter bunte Weihnachtskarten. Stolz betrachtete Karl sein Werk. Jetzt mußte er nur noch Stempel für die Weihnachtsgrüße basteln. In der Zeit konnten dann die Karten trocknen. Irgendwo hatte er doch noch Buchstabenstempel. Schnell machte er sie so zusammen, dass dort "Fröhliche Weihnachten" stand. Danach wusch er sich die Hände und aß erst mal ein paar Plätzchen zwischendurch. "Warum verschicken wir überhaupt Weihnachtskarten?", fragte Karl. "Bei einigen Leuten verstehe ich das ja, z.B: bei Tante Lucy. Die habe ich ja auch sehr gern. Und Oma und Opa. Aber da sind auch so viele Leute, die haben wir doch schon ewig nicht mehr gesehen!" "Ja, genau", sagte Mama Sara. "Und deshalb ist die Weihnachtszeit eine gute Zeit, um sich an sie zu erinnern. Und wenn wir ihnen Weihnachtskarten schicken, dann zeigen wir, dass wir uns an sie erinnern, auch wenn wir in diesem Jahr nicht so viel Zeit füreinander hatten. Es gibt immer mal wieder Zeiten, wo man mal nicht so viel Zeit für den einen oder anderen Freund hat. Aber deswegen mag man sie oder ihn doch weiterhin. Und durch die Weihnachtskarte bleibt man dann in Kontakt. Und später hört man dann vielleicht wieder öfter von einander. Aber manchmal natürlich auch nicht. Die Welt ändert sich und damit ändern auch wir uns und unsere Freunde." "Ich bastel Weihnachtskarten, weil es mir Freude macht, sie zu machen", sagte Gini. "Und die meisten Leute freuen sich auch, wenn sie eine Weihnachtskarte bekommen. Das heißt, ich hatte nicht nur viel Freude beim Basteln, sondern ich mache auch gleichzeitig anderen Menschen eine Freude." "Das stimmt.", sagte Karl. "Eigentlich macht es mir ja auch Spaß, zu malen und zu basteln. Und ich freue mich ja auch, wenn mir jemand eine Weihnachtskarte schickt." Und damit machte er sich wieder an die Arbeit und stempelte "Fröhliche Weihnachten" auf alle seine Karten. Außerdem schnitt er noch etliche Sterne aus und klebte sie daneben. Doch, Weihnachtskarten basteln machte wirklich Spaß!

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