Adventskalender 1.Dezember: Wunschzettel schreibenNachdem sie ihre Schokolade zu Ende geschmatzt hatten, gingen Gini und Karl ins Wohnzimmer und breiteten alle möglichen Spielzeugkataloge um sich herum aus. Es war höchste Zeit, endlich den Wunschzettel für den Weihnachtsmann zu schreiben. Schließlich brauchte der ja auch Zeit, um all die Sachen, die sie sich wünschen würden, zu besorgen. Gini nahm den ersten Katalog in die Hand und blätterte darin. Was gab es da nicht alles! Bei den Teddies hielt sie an und schaute sich jeden ganz genau an. Ach, sie liebte Teddies. Und sie hatte natürlich auch schon ganz viele Teddies, ihr Zimmer quoll fast über davon. Aber sie liebte jeden einzelnen Teddy ganz stark, jeder hatte seinen Namen, jeder seine Aufgabe. Mit einigen trank sie am liebsten Kakao, andere lagen bei ihr im Bett und bewachten sie nachts, wenn die Monster kamen, andere spielten mit ihr Pinguin-ärgere dich nicht oder halfen ihr beim Puzzeln. Gini seufzte. Ja, Teddies waren toll. Aber sie hatte ja schon so viele. Sie blätterte weiter. Was sollte sie sich bloß wünschen? Vielleicht ein Puzzle? Oder ein Spiel? Vielleicht einen ipod zum Musikhören? Oder einen neuen Rechner? Oder doch die tolle Kamera, damit sie endlich viele schöne Fotos von ihren vielen Abenteuern machen konnte? Auch Karl blätterte durch die Kataloge und konnte sich nicht entscheiden. Ja, der Bagger auf Seite 20 war toll. Oder doch lieber der Fußball von Seite 11? Eigentlich spielte er ja gar keinen Fußball, aber Billy aus seiner Klasse war im Fußballverein und tat immer furchtbar wichtig. Und der Klaus, der hatte doch tatsächlich ein wii. Das Fernsteuerauto gefiel ihm auch. Oder doch lieber die Lego-Eisenbahn? Er liebte es, mit Legos nach Herzenslust zu bauen. Da klingelte es an der Haustür und ihre beiden Teddyfreunde Clive und Felicitas wollten mit ihnen spielen. Schnell rannten sie hinaus und drehten mit dem Fahrrad zusammen eine Runde um den Teich. Was konnte man dort nicht alles tun: Da konnte man Enten und Fische füttern, Blätter sammeln, Verstecken spielen und zusammen lachen. Was hatten sie doch für eine schöne Zeit. Als sie wieder nach Hause kamen, da stand schon das Abendessen auf dem Tisch. Nachdem jeder über seinen Tag berichtet hatte, begannen sie eine Diskussion über das Weltall und plauderten noch lange Zeit, als schon längst nichts mehr auf ihren Tellern lag und auch der letzte Krümmel aufgegessen war. Danach war es schon spät und es ging ins Badezimmer zum Waschen und Zähneputzen. Aber der Wunschzettel mußte doch heute noch fertig werden. Schnell liefen die beiden noch einmal im Schlafanzug ins Wohnzimmer hinunter. Nach kurzem Zögern schrieb Gini Kamera auf ihren Wunschzettel. Karl schrieb Lego-Eisenbahn auf seinen. Als sie dann wieder die Treppe zu ihren Zimmern hinaufgingen, sagte Gini schließlich: "Ich freue mich schon sehr auf meine Kamera. Aber wenn ich sie nicht bekomme, ist es auch nicht wirklich schlimm. Denn die wirklich wichtigen Dinge, nette Freunde und eine nette Familie habe ich bereits." Karl sah sie einen Augenblick erstaunt an, dann nickte er zustimmend. "Wo du recht hast, hast du recht. Ich freue mich sehr auf Weihnachten, aber eigentlich ist doch die gesamte Weihnachtszeit so schön, nicht nur die Geschenke." |
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